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2. Juli 2019 agvs-upsa.ch – Toller Erfolg: Die sechs Geflüchteten, die bei Zürcher AGVS-Garagisten seit dem vergangenen Sommer eine einjährige Integrationsvorlehre absolvierten, haben alle einen Lehrvertrag erhalten.
 

abi. Frau Aardalsbakke, seit dem vergangenen Sommer konnten Flüchtlinge mit F- oder B-Bewilligung in Zürcher Garagen eine einjährige Integrationsvorlehre absolvieren. Welches Fazit ziehen Sie nach dem ersten Jahr?
Melanie Aardalsbakke, Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich:
Das erste offizielle Pilotjahr ist im Kanton Zürich – auch dank der bereits gemachten Erfahrungen in den Vor-Pilotjahren 2016 und 2017 im Bereich Logistik – sehr gut angelaufen. Insgesamt sind im August 2018 im Kanton Zürich 110 Teilnehmende in die Integrationsvorlehre gestartet, davon sechs im Bereich Automobil. Nach dem ersten Jahr ziehen wir eine positive Bilanz.

Was für Rückmeldungen erhalten Sie von den beteiligten Garagisten?Bisher sehr gute. Das Berufsfeld Automobil ist bei den potenziellen Teilnehmenden eines der beliebtesten. Die sechs Garagen, die 2018 einen Ausbildungsplatz zur Verfügung gestellt haben, haben damit gute Erfahrungen gemacht. Die grosse Einsatzbereitschaft und Motivation der Teilnehmenden wird oft erwähnt. 

Das grosse Ziel ist, dass die Beteiligten nach einem Jahr den Übertritt in eine reguläre Lehre schaffen. Wie viele der Teilnehmer haben eine Anschlusslösung gefunden? Können sie im gleichen Betrieb bleiben?

Die Teilnehmenden in der Automobilklasse haben alle einen Lehrvertrag erhalten: Drei als Reifenpraktiker EBA, einer als Automobil-Assistent EBA und einer der Teilnehmenden kann in die dreijährige EFZ-Lehre als Automobil-Fachmann übertreten. Bei einem Teilnehmer ist derzeit noch offen, ob er eine Lehre als Automobil-Assistent oder als Automobil-Fachmann beginnen wird. Insgesamt schafft die Mehrheit der Teilnehmenden den Übertritt, meist im gleichen Betrieb.

Wie geht es bei denjenigen weiter, die den Übertritt nicht geschafft haben?
Die Gründe dafür sind individuell, eine einheitliche Lösung gibt es nicht. Es gibt Teilnehmer, die ihre Deutschkenntnisse verbessern müssen. Die Anschlusslösung wäre dann beispielsweise ein Jahr Praktikum im gleichen Betrieb kombiniert mit einem Intensivsprachkurs – mit der Aussicht, die Lehre dann im nächsten Schuljahr zu beginnen. Andere Teilnehmer können die Lehre nicht im Vorlehrbetrieb machen, bewerben sich aber bei anderen Betrieben und haben teilweise schon einen Lehrvertrag unterschrieben. In einzelnen Fällen können Teilnehmende aus familiären oder gesundheitlichen Gründen die Lehre nicht antreten und haben eine Arbeitsstelle gesucht. Sie können den Berufsabschluss zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Das Berufsfeld Automobil wird auch in den Kantonen Solothurn und Wallis angeboten. Stehen Sie mit den Vertretern dieser Kantone in Kontakt und tauschen sich aus? Was hören Sie aus diesen Kantonen?
Mit anderen Kantonen, die sich am Pilotprojekt beteiligen, sind wir in Kontakt. Auch im Kanton Solothurn ist das Pilotprojekt erfolgreich angelaufen, und die Rückmeldungen sind sehr positiv. Ab Schuljahr 19/20 wird das Berufsfweld Automobil auch im Kanton Luzern angeboten.

Lesen Sie das ganze Interview im AUTOINSIDE 7-8/19.
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