Praktische Prüfungen finden trotz Corona-Pandemie regulär statt

QV 2021 – frühe Planungssicherheit

Praktische Prüfungen finden trotz Corona-Pandemie regulär statt

17. Februar agvs-upsa.ch – Es werden in diesem Jahr ordentliche Qualifikationsverfahren (QV) durchgeführt. Der AGVS kann die Lernenden und ihre Betriebe frühzeitig über die Rahmenbedingungen für die praktische Prüfung informieren. Für verschiedene Szenarien ist man gewappnet.

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Quelle: AGVS-Medien 

mig. Im Corona-Sommer 2020 schlossen rund 2700 Lernende aus dem Automobilgewerbe ihre berufliche Grundbildung ab. Nach einem verkürzten QV erhielten die Automobil-Mechatroniker/-innen, Automobil-Fachleute und die Automobil-Assistenten/-innen ihre eidgenössischen Fähigkeitszeugnisse beziehungsweise ihre Berufsatteste. Im Detailhandel EBA und EFZ, Branche Autoteile-Logistik, und in der kaufmännischen Grundbildung, Branche Automobil-Gewerbe, flossen die erzielten Erfahrungsnoten während der gesamten Lehrzeit ins Abschlusszeugnis. 

Um dieses Jahr wieder reguläre QVs zu ermöglichen, arbeitete eine entsprechende Taskforce von Mitte November bis Ende Dezember 2020 mögliche Szenarien aus. Der AGVS war Mitglied der Begleitgruppe, die den Schweizerischen Gewerbeverband und den Arbeitgeberverband unterstützte. Das Ergebnis: eine Planungssicherheit für die Lernenden und ihre Betriebe. «Um die praktischen Prüfungen regulär durchführen zu können, haben wir uns bei der Prüfungsansetzung einen grösseren Spielraum geschaffen», sagt Arnold Schöpfer, Verantwortlicher für die technischen Grundbildungen und Weiterbildungen beim AGVS.

Technische Grundbildungen
Für Automobil-Mechatroniker/-innen EFZ, Automobil-Fachleute EFZ und Automobil-Assistent/-innen EBA bedeutet das konkret: Der Zeitraum, in dem die praktische Prüfung in den kantonalen üK-Zentren durchgeführt werden kann, wird ausgedehnt. Die Prüfungen können zwischen dem 15. April 2021 und dem 30. Juni 2021 stattfinden. Muss eine Prüfung aufgrund einer Corona-Erkrankung oder behördlichen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschoben werden, kann sie bis spätestens 18. Juli 2021 nachgeholt werden. Beschlossen wurde auch, dass genügend Experten als Reserve eingeplant werden, falls es zu kurzfristigen Ausfällen kommt. Prüfungsexperten dürfen demnach auch in ihrem Nachbarskanton tätig sein. 

Arnold Schöpfer bilanziert, dass sich die Lernenden der technischen Grundbildungen bislang im normalen Rahmen aufs QV 2021 vorbereiten können. «Im Gegensatz zum Vorjahr können die Lernenden die üKs und die Berufsfachschule mit kleinen Ausnahmen vor Ort besuchen», sagt Schöpfer. Einzig in den Kantonen Aargau, Zürich (TBZ) und Solothurn befanden sich die Lernenden in den vergangenen Wochen im Fernunterricht. Schöpfer hofft, dass das ein Einzelfall bleibt, denn die Erkenntnis aus dem letzten Frühling stimmen nachdenklich. «Im Fernunterricht verlieren die schwächeren Lernenden den Anschluss», so Schöpfer. 

Detailhandel EBA und EFZ
Während die Lernenden der technischen Grundbildungen in den Werkstätten ihrer Arbeit nachgehen können und die Prüfung in Form von verschiedenen Posten in den kantonalen üK-Zentren stattfindet, sieht die Situation im Detailhandel und in der kaufmännischen Grundbildung anders aus. Showrooms und Geschäfte sind aufgrund der Corona-Massnahmen derzeit geschlossen. «Normal aufs QV vorbereiten können sich die Lernenden trotzdem. Denn der Unterricht an der Berufsfachschule und die üKs finden statt», sagt Brigitte Hostettler, Verantwortliche für die kaufmännische Grundbildung und den Detailhandel beim AGVS. Auch in ihrem Bereich wurde der Prüfungszeitraum erweitert. Das QV im Detailhandel EBA und EFZ findet neu vom 26. April 2021 bis 4. Juni 2021 statt. Aufgrund Covid-19 verschobene Prüfungen können bis spätestens am 18. Juli 2021 durchgeführt werden. Auch für diese Grundbildungen werden die Prüfungsexperten interkantonal anerkannt, damit Experten bei einem Ausfall rasch und unkompliziert eingesetzt werden können. 

Noch wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass auch Grundlagen geschaffen wurden, falls die Betriebsschliessung weitere Monate andauert oder die Behörden zwischenzeitlich wieder einen Shutdown verkünden müssen. Falls der Betrieb am Tag der praktischen Prüfung geschlossen ist, kann der Kanton eine Ladenöffnung zwecks QV-Durchführung bewilligen. «Das Verkaufsgespräch muss im Betrieb stattfinden. Die Experten sollen beurteilen, wie sich die Lernenden in der vertrauten Umgebung verhalten», sagt Hostettler. Ebenso besteht die Möglichkeit, die Prüfung in einer anderen Filiale desselben Betriebs abzulegen. Voraussetzung dafür ist, dass das gleiche Sortiment angeboten wird und die Systeme identisch sind. «In diesem Fall würde die Einführungsphase vor der Prüfung um einige Minuten verlängert, damit sich die Lernenden auch in diesem Betrieb zurechtfinden. Niemand wird ins kalte Wasser geworfen», verspricht Hostettler. 

Kaufmännische Grundbildung 
Für die kaufmännische Grundbildung zeichnete sich die Schweizerische Konferenz der kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranche federnführend. Falls die Abschlussprüfung nicht wie geplant stattfinden kann, werden wie 2020 die Erfahrungsnoten aus allen Lernorten angerechnet. In die DBLAP2 müssen die Erfahrungsnoten aus dem Betrieb bis 31. Mai statt 15. Mai 2021 eingegeben werden. Damit wird auch in diesem Bereich ein Corona-Puffer miteinberechnet. Die schriftliche Prüfung «Berufspraxis» sollte wie geplant am 9. Juni 2021 stattfinden. Um den Abstand zu gewährleisten allerdings in kleineren Gruppen. Zusätzliche Räume und Personen werden für die Aufsicht eingeplant.  

Die Voraussetzungen dafür, dass die QV auch bei anhaltend hohen Fallzahlen regulär durchgeführt werden, sind mit den ausgearbeiteten Szenarien geschaffen. Die Lernenden können sich trotz Corona-Pandemie ungestört vorbereiten.
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