Erste Strassenhelfer mit eidg. Fachausweis ausgezeichnet

2. März 2015 agvs-upsa.ch - In einer feierlichen Zeremonie konnten die ersten 16 Pannen- und Unfallhelfer im luzernischen Egolzwil den eidgenössischen Fachausweis zur erfolgreich bestandenen Berufsprüfung entgegennehmen. Sie dürfen fortan den gesetzlich geschützten Titel «Strassenhelfer mit eidgenössischem Fachausweis» tragen.

Von einer Weltpremiere sprach Anton Graf, Präsident des Trägervereins RoadRanger, an der Feier in Egolzwil im Beisein der erfolgreichen Prüfungsabsolventen, von Behördenvertretern und rund 80 Gästen. Seines Wissens gebe es weltweit kein staatlich anerkanntes Berufsbild des Strassenhelfers mit den Fachrichtungen Pannen- und Unfallhilfe. Die Strassenhelfer in der Schweiz erbringen Dienstleistungen in den Bereichen Unfallbergung, Transport, Fahrzeug-Assistance und Verkehr. Ihre Kunden sind Verkehrsteilnehmende, deren Fahrzeug teilweise funktionsuntüchtig oder nach einem Unfall schwer beschädigt ist. Die Ausbildung der Strassenhelfer besteht aus den drei Modulen Sicherheit, Mensch und Strassentechnik. Die Module Mensch und Sicherheit sind Pflichtmodule. Das Modul Strassentechnik ist ein Wahlfach mit Vertiefungsrichtungen.

Angeboten wird Unfallhilfe, Pannenhilfe und eine Kombination aus Unfall- und Pannenhilfe. Die Ausbildung dauert ein Jahr mit 35 bis 40 Präsenztagen und 25 bis 35 Tagen für das Selbststudium; Kostenpunkt: 9000 bis 15 000 Franken, je nach Vertiefungsrichtung und Anzahl der Module. Zugelassen werden Kandidatinnen und Kandidaten mit einer mindestens dreijährigen Grundbildung und mehrjähriger Berufspraxis als Pannen- oder Unfallhelfer. An der ersten eidgenössischen Berufsprüfung traten 22 Kandidaten an, 16 schafften die Hürde (73%).

Was lange währt, kommt endlich gut
Rund acht Jahre dauerte es von der Idee bis zur eidgenössischen Anerkennung durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI): «Als uns im Jahr 2005 an einer Informationsveranstaltung in der Fahrzeugbranche ein überarbeitetes Berufsbild vorgestellt wurde, reifte in mir der lang gehegte Wunsch, auch für die Pannen- und Unfallhelfer einen Beruf zu schaffen und mit einer umfassenden, systematischen Ausbildung einer eidgenössischen Berufsprüfung zuzuführen», sagte Graf in seinem Begrüssungsreferat. So galt es unter anderem, die verschiedensten Organisationen im Bereiche der Strassenmobilität und der Versicherungsbranche vom Vorhaben zu überzeugen. Heute sind es 15 Mitglied-Organisationen, welche den Trägerverein RoadRanger bilden: der AGVS, vertreten durch Markus Hesse im Vorstand und Arnold Schöpfer in der Qualitätssicherungskommission, Auto-Strassenhilfen Schweiz ASS, der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG, der Touring Club Schweiz TCS, die AXA Winterthur, die Mobi 24, auto-schweiz, der Schweizerische Carrosserieverband VSCI, die Assistance Service NET AG, die Swiss DLC, die alianz global assistance aga, die 2rad schweiz, die schweizerische Metallunion, die Medicall Assistance und die Toyota AG.

Die Entwicklung des Berufsbildes sei mit vielen Hochs und Tiefs «gesegnet» gewesen, blickte der RoadRanger-Präsident zurück, «aber es hat sich gelohnt!» So setzte dann am 4. Juli 2013 der Vertreter des SBFI seine Unterschrift unter die «Prüfungsordnung über die Berufsprüfung für Strassenhelferin / Strassenhelfer»; die eidgenössische Anerkennung des Berufsbildes war erreicht! Was damals wie heute an erster Stelle stehe, sei die Kommunikation mit den Hilfesuchenden und Verunfallten, situativ aber auch die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen wie Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter, fasste Anton Graf zusammen.

Mehr Informationen: roadranger.ch
 
Feld für switchen des Galerietyps
Bildergalerie