Junge Fachkräfte zeigen Emotionen und Biss

Zwei Sieger bei Berufsmeisterschaft

Junge Fachkräfte zeigen Emotionen und Biss

19. September 2022 agvs-upsa.ch – Dort, wo einst Maggi-Suppen im grossen Stil gekocht wurden, ist mit der Motorworld im «The Valley» in Kemptthal ZH eine spannende Location für Auto- und Rennsportfans entstanden. Seit Mitte 2021 bildet die Schweizerische Technische Fachschule Winterthur (STFW) hier auch Automobilmechatroniker aus. Ein idealer Ort also für die Berufsmeisterschaften für Automobil-Mechatroniker und -Fachleute der AGVS-Sektion Zürich, die seit 2017 stattfinden.

artikel_10.jpgFoto: AGVS-Medien

jas. Sepp Janko Horath ist bislang ganz zufrieden mit seiner Leistung: «Ich habe zwar noch nicht allzu viele Posten absolviert, aber bisher läufts rund.» Der Anstoss zur Teilnahme kam bei Horath vom Werkstattleiter, «nun nutze ich diese Berufsmeisterschaft gleich als Übung und Vorbereitung aufs QV.» Einen Knackpunkt stellt bei den Meisterschaften der Posten bei Experte und STFW-Fachlehrer Patrick Bührer dar: «Wer Elektronik nicht verstanden hat, der wird hier in den 35 Minuten nicht weit kommen.» Eigentlich gäbe es am Common-Rail-Motor drei Fehler zu entdecken, wenn man die Schaltpläne vorher richtig studiert hat. «Für einige war es ein Stolperstein, aber wir hatten auch diverse, welche die Aufgabe sehr gut lösten», ergänzt Bührer.

Dem Wechsel von der Berufsmeisterschaft von der Auto Zürich zur neuen Location in der Motorworld des «The Valley» in Kemptthal ZH kann der Experte auch Positives abgewinnen. Klar habe es nicht mehr die Massen an Zuschauern, die den jungen Berufsleuten über die Schulter sehen würden, dafür könnten sie in einer tollen Atmosphäre, die genau ihrer Passion entspreche, arbeiten. Denn die jungen Berufsleute suchen 2022 zwischen exklusiven Rennwagen, einem Pal-V – einer Mischung aus Fahr- und Flugzeug –, diversen Old- und Youngtimern sowie Motorsport-Devotionalien an den einzelnen Posten nach den versteckten Fehlern oder versuchen wie Moana Baldegger ein zerlegtes Getriebe wieder zusammenzusetzen.
artikel_8.jpgFoto: AGVS-Medien

Während die Lernende von Andis-Garage aus Dorf die Einzelstücke sauber sortiert, steigt ihre Nervosität bereits sichtlich. «Das macht man im Betrieb kaum, noch und wenn, dann nimmt man es ja auch auseinander und macht die Auslegeordnung selbst», erklärt ihr Chef und Lehrmeister André Rüedi. Doch die einstige Bäckerin, die bei ihm nun eine verkürzte Mechatroniker-Lehre absolviert, schlägt sich gut. «Als kleiner Betrieb wollte ich gar keinen Lehrling, aber es macht Spass, mit ihr zu arbeiten. Ihr muss man auch nicht erklären, was ein sauberer Arbeitsplatz ist oder wie man mit Kunden umgehen muss.» In der Zwischenzeit hat Moana es soeben geschafft und bis auf das Zahnrad für den Rückwärtsgang das Getriebe-Puzzle gelöst, und zwar innerhalb der vorgegeben 20 Minuten. «Yeah!!!», meint sie mit triumphierend geballter Faust, «anfangs dachte ich, das packe ich nie. Dann habe ich alles schön ‹gebüschelt›, wofür es ja auch Punkte gibt.»

artikel_6.jpgFoto: AGVS-Medien

Auch der Experte strahlt. Und selbst wenn Markus Arnet keinem Teilnehmenden einen Hinweis auf dessen Abschneiden geben darf, meint er anerkennend: «Toll, wenn jemand mit so vielen Emotionen dabei ist.» Etwas gelassener, aber deswegen nicht mit weniger Elan, sucht Gian Ramon Rigonalli nach Fehlern an der Zweizonen-Klimaanlage. «Das ist für mich ein recht schwieriger Posten, da ich mich im Betrieb normalerweise nicht damit beschäftige. Für mich ist die Teilnahme eine gute Zwischenkontrolle, was für das QV noch zu lernen ist», erläutert der Lernende der Garage Bamert AG in Uster. Die einzelnen Posten am besten bewältigt haben an den beiden Wettkampftagen übrigens Nico Nebel von der Werkstatt Csico Vintage Workshop in Hinwil und Elia Di Domenico von der Amag Jona mit der genau gleichen Gesamtpunktzahl.

artikel_11.jpgFoto: AGVS-Sektion Zürich

 
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