Warum eine gute Vorbereitung die halbe Miete ist

SwissSkills 2022

Warum eine gute Vorbereitung die halbe Miete ist

28. Juni 2022 agvs-upsa.ch – In der Mobilcitiy in Bern findet am 2. Juli 2022 die erste Qualifikationsrunde für die grösste Berufsmeisterschaften der Geschichte statt. 20 Talente schaffen von dort aus den Sprung an die SwissSkillls 2022. Diese gehen vom 7. bis 11. September 2022 in der Bernexpo über die Bühne. Wie die Vorbereitung gelingt, wissen jene Talente am besten, die den Weg schon gegangen sind: Sina Bolognesi, Damian Schmid und Riet Bulfoni.

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«Die SwissSkills gehören zu meinen besten Erfahrungen, die ich je machen durfte. Bei der ganzen Sache kann man nur gewinnen», sagt Riet Bulfoni. Der heute 27-Jährige gewann 2016 die Silbermedaille und war Teilnehmer der WorldSkills 2017. Heute ist er als Experte tätig. Auf die Frage, wie man an den Berufsmeisterschaften eine Medaille holt, sagt er: «Indem man nie aufgibt und immer an jedem Posten Alles gibt. Bei meinem ersten Posten ist mir sogar eine Schraube abgebrochen. Trotzdem habe ich weiter gemacht und Vollgas gegeben.» Dieser Durchhaltewille hat sich gelohnt. 

Als Bündner hat Bulfoni sich intensiv im üK-Zenter in Chur vorbereitet und erhielt von den Lehrern und Kursleitern Unterstützung. Und: «Mein Betrieb war der Hammer! Ich konnte mir immer frei nehmen, um zu trainieren, oder um einen Kurs zu besuchen. Im Betrieb bekam ich zudem alle schweren Aufgaben für die Vorbereitung und für das Training gestellt», sagt er. Solche Dinge seien ein grosser Bestandteil seines Erfolges gewesen. «Ich sage auch immer, dass es eine Teamleistung war», so Bulfoni. Lustigerweise hatte er schon damals in der Qualifikationsrunde den zweiten Platz geholt. «Das hat mich zusätzlich motiviert, hart zu arbeiten», sagt er. Ansonsten lasse sich diese erste Runde aber nicht wirklich mit dem grossen Tag im September vergleichen, da das Niveau an den SwissSkills viel höher sei als in der Qualifikation.
 

Sina Bolognesi von der Rosser GmbH bezeichnet ihre Teilnahme an den SwissSkills direkt nach der Berufslehre im Jahr 2018 als «interessante Erfahrung», bei der sie nicht gewusst habe, was auf sie zu komme. Ohne grosse Erwartungen sei sie damals nach Bern gereist und war insbesondere von der Grösse des Anlasses begeistert. «Die gestellten Aufgaben waren spannend, aber nicht vergleichbar mit der Lehrabschlussprüfung», sagt die gelernte Automobil-Mechatronikerin und mittlerweile diplomierte Fahrzeugrestauratorin. Allen Teilnehmenden der Berufsmeisterschaften empfiehlt sie, die Unterlagen zur Diagnostik nochmals genauer anzuschauen. «Auch hilft es, wenn man im Vorfeld andere Fahrzeugmodelle testet als diejenigen, die im eigenen AGVS-Lernzentrum zur Verfügung gestellt werden», sagt die heute 25-Jährige.


Gleich mehrfach den Sprung auf das Podest geschafft, hat Damian Schmid. Der ehrgeizige Ostschweizer gewann im letzten Jahr die Goldmedaille an den Europameisterschaften nach zwei zweiten Plätzen an den SwissSkills und am Eurocup 2018 sowie einem fünften Platz an den WorldSkills 2019. Er empfiehlt für die Vorbereitung eine gelassenere Herangehensweise: «Grundsätzlich finde ich es am spannendsten, wenn man einfach mal schaut, wo man steht, vor allem bei der Vorausscheidung und während der Qualifikationsphase. Das Feuer für den Wettkampf wird automatisch entfacht, wenn man sich für die SwissSkills qualifiziert», sagt er. «Die Trainingsmotivation kommt dann automatisch, und es fällt einem viel leichter», ist der Wettkampf-Experte überzeugt. Entscheidender als die Vorbereitung sei es auch, dass man sich gegenseitig motiviere. «Damit man am Wettkampftag abliefert.» Auch der 23-jährige Schmid erhielt von der eigenen Firma in der Vorbereitungszeit die nötigen Freiheiten. «Sie haben mir auch ein schönes Auto für den Weg nach Bern zur Verfügung gestellt.» Wichtig sei für die jungen Teilnehmenden, sich auf den Event zu freuen. «Es gibt keine Prüfung zu bestehen, und auch keinen Grund Angst zu haben. Das Ziel ist, dass man Spass hat bei dem was man macht und mit voller Leidenschaft bei der Arbeit ist, dann ergibt sich der Rest automatisch.» 

Für viele ebenso ehrgeizige und erfolgreiche Talente des Schweizer Autogewerbe geht der Weg nach den SwissSkills in der Regel weiter. Aber für die Teilnahme an den EuroSkills beispielsweise steht die Vorbereitung dann in keinem Verhältnis zu den SwissSkills, wie Schmid verrät. «Der AGVS hat mir zu Beginn auf kantonaler Ebene die Infrastruktur zur Verfügung gestellt und Trainingsmöglichkeiten geschaffen, später verlagerte sich das Ganze auf nationale Ebene zum AGVS Schweiz, wo ich finanzielle Unterstützung, aber auch speziell für mich organisierte Trainings erhielt.» Daneben habe er auch Unterstützung von anderen Schulungspartnern beim Fahrzeugimporteur direkt oder von der Schweizerische Technische Fachschule Winterthur STFW erhalten.

«Bei einer internationalen Teilnahme blickt das ganze Autogewerbe auf eine Person und dementsprechend verändert sich auch die Unterstützung», sagt Schmid. Dieselbe Erfahrung machte Riet Bulfoni: «Für die Vorbereitung auf die WorldSkills hat sich die ganze Unterstützung seitens des AGVS noch um ein Vielfaches gesteigert. Ich durfte sogar nach Deutschland ins Ausbildungszentrum von Bosch. Das war super und sehr lehrreich.» 

Mit jedem Sieg und jeder Teilnahme an einem solch wichtigen Turnier steigt auch das Medieninteresse. «Mich hat es immer beruhigt zu wissen, dass ich bereits gewonnen habe, egal was passiert. Ich hatte insbesondere nach dem Sieg am Euro-Cup ziemlich viele Medientermine. Diese waren eine komplett neue Erfahrung für mich», erzählt Bulfoni. Das habe sich bis zu den WorldSkills so durchgezogen und auch heute noch gäbe es einzelne Anfragen. «Ich konnte mich in all dieser Zeit sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickeln. Ich habe gute Freundschaften geschlossen, die mir wichtig geworden sind.»
 
Attraktives Werbefenster für Autoberufe

Mit rund 60'000 Schüler und 2426 Schulklassen ist die diesjährige Ausgabe der SwissSkills ein regelrechter Publikumsmagnet und hilft mit, die Autoberufe zu bewerben. «Das Interesse der Schulen an den SwissSkills 2022 ist gewaltig. Drei Monate vor dem Anlass liegt der Wert um mehr als 20’000 Personen über jenem der letzten nationalen Berufsmeisterschaften zum selben Zeitpunkt im Jahr 2018», liess sich Michèle Gerber kürzlich in einer Medienmitteilung zitieren. Sie ist als Verantwortliche für die Organisation der Schulbesuche bei den SwissSkills zuständig. Dankbar für diese Plattform ist auch der AGVS. Denn nicht nur die Talente können in diesem Rahmen ihr Können unter Beweis stellen, auch 60'000 Schülerinnen und Schülern werden die Gelegenheit haben, auf die spannende Welt der Autoberufe aufmerksam zu werden.
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