«Unsere besten Automobil-Mechatroniker sind WM-tauglich»

17. September 2018 autoberufe.ch – Florent Lacilla holte sich nach vier intensiven Wettkampftagen an den SwissSkills, den nationalen Berufsmeisterschaften in Bern, die Goldmedaille unter den Automobil-Mechatronikern. Der Freiburger verwies Damian Schmid aus St. Gallen und Steve Rolle aus Freiburg auf die Plätze zwei und drei. Die drei bestplatzierten SwissSkills-Fahrer aus dem Autogewerbe qualifizierten sich für den Eurocup Bern. Ihr Motor für den Wettbewerb? Die Faszination am technischen Wunderwerk Auto.


Die drei besten Automobil-Mechatroniker des Landes: (v. l.) Der Bronzemedaillist Steve Rolle (Farvagny FR), der erstplatzierte Florent Lacilla (Cottens FR) und der Silbermedaillengewinner Damian Schmid (Nesslau, SG).

tki. Es hupt, die Zeit ist um, die nationalen Berufsmeisterschaften SwissSkills 2018 sind seit Samstagabend Geschichte – und drei junge Automobil-Mechatroniker haben sie vor fast 150'000 Besuchern mitgeschrieben: «Wir erlebten 22 motivierte, junge Fachleute, die Freude am Handwerk sowie an der Technik zeigten und über ein überdurchschnittliches logisches Denkvermögen verfügen», zog Olivier Maeder, Bereichsleiter Bildung und Mitglied der AGVS-Geschäftsleitung, ein positives Fazit. Denn die Wettkämpfe, die vom 12. bis 16. September in der BERNEXPO in Bern über die Hebebühne gingen, forderten den Nachwuchskräften aus dem Autogewerbe im Alter zwischen 18 und 21 Jahren alles ab.
 
Zweimal Freiburg und einmal St. Gallen
Angefangen beim Motorenmanagement über Motorenabstimmung und -elektrik, ABS- und ESP-Aufgaben an den Bremsen bis zur Motormechanik und zur Fehlersuche an Fahrwerk und Lenkung hatten es die SwissSkills-
Prüfungen in sich. «Die Aufgaben mussten anspruchsvoll sein. Nur so konnten wir das Niveau der Kandidaten, die wir schliesslich an die Weltspitze bringen wollen, eruieren», erklärte AGVS-Experte Michel Tinguely. Ihr aussergewöhnliches Können haben Florent Lacilla (Cottens/FR), Damian Schmid (Nesslau/SG) und Steve Rolle (Farvagny/FR) unter Beweis gestellt, die in dieser Reihenfolge ihre Schweizer-Meister-Medaillen entgegennehmen durften.
 

«Im Endeffekt haben wir alle gewonnen. Das ist eine riesige Motivation», brachte es Automobil-Mechatroniker Joël Leirer aus Stein AR (1. v. r.) auf den Punkt: Die 22 SwissSkills-Kandidaten aus dem Autogewerbe, unter ihnen mit Sina Bolognesi erstmals eine Frau, zeigten Herzblut für ihren Beruf.

Grosse Erleichterung, noch grössere Motivation
Zeitdruck, Publikum, schwer zu stellende Fahrzeugdiagnosen: Florent Lacilla hätte zu Beginn der Schweizer Berufsmeisterschaften wohl nicht gedacht, dass er eine Goldmedaille in seinen Familienbetrieb, die Garage de l’Autoroute, J.-F. Lacilla SA, nach Matran/FR zurückbringen würde. «Die Prüfungsaufgabe an den Bremsen war wirklich herausfordernd. Ich hätte nicht erwartet, dass es für das oberste Podesttreppchen reicht», zeigte sich der 19-jährige Romands erleichtert. Mit ihm wird Bronzemedaillist Steve Rolle in gut zwei Monaten den Kanton Freiburg würdig am europäischen Berufsconcours vertreten. «Wir werden uns jetzt intensiv auf den Eurocup vorbereiten, damit wir für unser Metiers einen Erfolg einfahren», zeigte sich die Fachkraft der Automobile du Verdel SA in Bulle motiviert.
 
Auch Damian Schmid war sichtlich überrascht, dass er sich mit der letzten Aufgabe noch aufs Podest schrauben konnte. «Für den Zweitplatzierten kam erschwerend hinzu, dass er Automobil-Mechatroniker mit Fachrichtung Nutzfahrzeuge ist, der Parcours aber hauptsächlich Aufgaben an Personenwagen beinhaltete», zeigte sich Olivier Maeder beeindruckt. Damian Schmid nahm diese Hürde allerdings sportlich: «Ob Personenwagen oder Nutzfahrzeug: Das Funktionsprinzip und die elektronischen Systeme sind dieselben», so der 19-jährige Nesslauer, der mit dem Edelmetall beste Werbung für seinen Arbeitgeber, die Altherr Nutzfahrzeuge AG, macht.


Die einstigen WorldSkills-Teilnehmer (v. l.) Riet Bulfoni (Abu Dhabi 2017) und Andreas Bühler (Südkorea 2002) sehen beim anspruchsvollen Posten «Motormanagement» als AGVS-Experten nach dem Rechten.

Zwei europäische Podestplätze sind das Ziel
Die drei Automobil-Mechatroniker dürfen sich nun nicht nur die besten Nachwuchstalente ihres Fachs nennen, sondern haben auch das Ticket für die Berufseuropameisterschaften, den Eurocup, gelöst. «Die SwissSkills-Teilnehmer lösten Aufgaben, die den Anforderungen der WorldSkills gleichkommen», blickt Olivier Maeder optimistisch auf die europäischen Ausscheidungen vom Samstag, 8. Dezember 2018, in der Mobilcity in Bern. «Unsere besten Automobil-Mechatroniker sind WM-tauglich. Somit ist die Devise klar: Wir wollen mindestens zwei Podestplätze am Eurocup», ergänzt er – und damit ein Ticket für die Berufsweltmeisterschaften an den WorldSkills 2019 im russischen Kazan.


Autoberufe fest in Frauenhand: Die Automobil-Fachfrau und angehende Kauffrau Lisa Habegger bringt den SwissSkills-Besuchern im Namen des Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) die Grundbildungen im Autogewerbe näher.

Autoberufe haben Zukunft
Besonders erfreulich: Mit Sina Bolognesi aus Unterlangenegg BE fand sich heuer erstmals eine weibliche Kandidatin unter den zehn besten Automobil-Mechatronikern des Landes. Sie beweist, dass Frauen in der vielseitigen Welt der Autoberufe ihren Mann stehen. «Sie und ihre 21 Berufskollegen vermittelten am nationalen Grossevent ein gutes Bild über die hohen Ausbildungsstandards in den AGVS-Garagen. Die SwissSkills waren ein Schaufenster in die Berufe des Autogewerbes, die mit der zunehmenden Elektrifizierung der Fahrzeuge unglaublich vielseitig und fordernd geworden sind», betonte Olivier Maeder.
 
Die Rangliste findet sich hier.
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