So viel Umsatz machen die grössten Zulieferer

18. Dezember 2019 agvs-upsa.ch – Die weltweit grössten Zulieferunternehmen haben ihre Umsätze im Jahr 2018 auf 922 Milliarden Euro gesteigert. Das sind die grössten Zulieferer der DACH-Region – darunter auch ein Schweizer Unternehmen.



abi. Die Umsätze stiegen damit um 3 Prozent gegenüber 2017 (899 Milliarden Euro) – trotz des schwierigen Marktumfelds, wie Strategy&, die Strategieberatung des Unternehmensberaters PwC, am Mittwoch mitteilte. Gleichzeitig verzeichneten die internationalen Automobilhersteller (OEM) einen leichten Umsatzrückgang von 1 Prozent. Damit werden die grossen Zulieferer noch grösser und wachsen sogar stärker als die OEM.

Eine Verschiebung gibt es bei den Marktanteilen: Anders als in den Vorjahren holen die asiatischen Wettbewerber wieder auf und steigern ihre Marktanteile seit 2015 um zwei Prozentpunkte auf 41 Prozent. Insbesondere chinesische Lieferanten würden selbstbewusst auf den Weltmarkt streben und etablierte Unternehmen verdrängen. In den Vorjahren erzielten vor allem die Zulieferer aus dem deutschen Sprachraum während Jahren Marktanteilsgewinne.

Die deutschen Automobilzulieferer steigerten ihre Umsätze im vergangenen Jahr von 221 Milliarden auf 225 Milliarden. Trotzdem stagniert ihr Weltmarktanteil bei 24 Prozent – und dies seit dem Jahr 2015. Innerhalb der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) dominieren unsere nördlichen Nachbarn die Top-15 klar. Immerhin schafft es mit TE Connectivity auch ein Unternehmen mit Sitz in der Schweiz mit einem Umsatz von 11,8 Milliarden Euro unter die ersten Zehn.
 

Top-15 der Zulieferer in der DACH-Region

Rang Unternehmen Land Umsatz 2018
in Mrd. Euro
Umsatzanteil
Automotive
Ebit-Marge 2018
in %
1 Robert Bosch Deutschland 78,5 60,6% 7,2
2 Continental Deutschland 44,4 93,7% 9,1
3 ZF Friedrichshafen Deutschland 36,9 92 % 3,8
4 Schaeffler Deutschland 14,2 76,2% 9,5
5 Mahle Deutschland 12,6 100% 6,3
6 TE Connectivity Schweiz 11,8 43,6% 16,7
7 Benteler Österreich 8,0 76,2% 1,3
8 Hella Deutschland 7,0 94,3% 10,8
9 Brose Deutschland 6,3 99,5% k.A.
10 Leoni Deutschland 5,1 83,0% 2,4
11 Eberspächer Deutschland 4,6 100% 2,2
12 Dräxlmaier Deutschland 4,6 100% k.A.
13 Mann + Hummel Deutschland 4,0 96,0% 2,4
14 Webasto Deutschland 3,4 100% 5,9
15 Rheinmetall Automotive Deutschland 2,9 100% 9,0

Strategy& sieht bei den Zulieferern der DACH-Regionen Nachholbedarf – vor allem mit Blick auf die asiatischen Mitbewerber. Denn obwohl die Ebit-Margen international unter Druck geraten seien, hätten die hiesigen Zulieferer erst spät mit der Anpassung ihrer Kostenstrukturen begonnen. So ist der Anteil der Verwaltungs- und Vertriebskosten in Deutschland laut der aktuellen Automobilzulieferer-Studie «Strategien für eine neue Wertschöpfungsarchitektur» mit 10,8 Prozent vom Umsatz deutlich höher als der weltweite Durchschnitt von 8,6 Prozent. 

Für Henning Rennert, Studienautor und Partner bei Strategy& Deutschland, ist denn auch klar: «Um auch künftig ausreichend in Innovation investieren zu können, müssen die Zuliefererunternehmen aus dem DACH-Raum ihre Kostenstrukturen anpassen – ohne jedoch an der falschen Stelle zu sparen und damit die Innovationskraft zu schwächen.» 

Denn der Druck steigt: Die offensiven Chinesen bauen ihre Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) aus und schliessen damit zum Erfolgsmodell der DACH-Zulieferer auf. So konnten sie ihre F&E-Quote im vergangenen Jahr von 3,6 (2017) auf 4,2 Prozent des Umsatzes erhöhen und nähern sich damit dem deutschen Durchschnittswert von 5,8 Prozent (2018) an. «Die bereits heute führende Rolle vieler asiatischer Unternehmen in der Batterie- oder Halbleitertechnologie verdeutlicht, dass sich die Zulieferer aus der DACH-Region nicht ausruhen dürfen», sagt Rennert. Der Transformationsbedarf sei enorm – vor allem, wenn man bedenkt, «dass 40 Prozent der deutschen Branchenumsätze noch immer rund um den traditionellen Antriebsstrang erzielt werden».

In Asien treiben hingegen starke Wettbewerber die Innovation zukunftsfähiger Technologien massiv voran. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz durch Tech-Unternehmen, die mit eigenen Angeboten und Lösungen immer stärker ins Automotive-Segment drängen.
Die gesamte Studie gibt es hier.
 

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