Mit Autef auf Studienreise in Montreal

17. September 2019 autoberufe.ch – Mit zwölf Teilnehmern sind die Autef-Partner Bernward Limacher und Markus Roth nach Montreal geflogen. Ziel der Reise: Vom Markt in Nordamerika lernen. In einem Blog berichten Limacher und Roth über den einwöchigen Studienaufenthalt in Kanada.
 
Tag 7 / Abschluss

Die Digitalisierung im Autogewerbe besteht nicht nur aus der Anbindung der Vertragswerkstätten an die Fahrzeughersteller und den Informationen, die zwischen ihnen ausgetauscht werden. Sie vernetzt auch den Rest der Automobilwelt mit der ITC-Welt und jener der Freaks und Cracks. Dadurch, dass wir für eine Woche lang einmal ausgetretene Pfade verlassen und auf einem anderen Weg gegangen sind, erhielten wir einen Einblick in unser Berufswelt, die weit mehr Möglichkeiten bietet, als man uns bis jetzt vorgegaukelt hat. Der Besuch der Schule in Montreal führte auch deutlich vor Augen, dass eine digitale Welt ohne die analoge Welt in keinster Weise existieren kann.

Erkenntnisse der Organisatoren: Ziel erreicht! Die täglichen Reflexionen mit den Teilnehmern betätigten, dass die Reise richtig und wichtig war. Offene Fragen wurden beantwortet und neue sind dazu gekommen. Zum Beispiel jene, wie sich das Gesehene und Erlebte in unsere persönliche Umgebung einbetten lassen wird. Der Denkprozess ist in vollem Gang und ist an dieser Stelle bestimmt noch nicht zu Ende.
 

 
 
Tag 6

Franz Jost, Jost Experten AG Dagmersellen LU, war überrascht, wie komplex und vielfältig die Passthru- und Hochvolttechnik effektiv ist. Diese werden in seinen Berufsalltag früher oder später auch Einzug halten. Darauf konnte er sich nun hier bestens vorbereiten. Hubert Frei, Flühli LU, Vorstandsmitglied der AGVS-Sektion Zentralschweiz, befasst sich schon lange mit der Hochvolttechnik. Er vergleicht sie mit dem Gang durch einen Tunnel, wo sich am Ende alles lichtet. Angesichts dessen, was er gesehen und erlebt hat, kommt er zum Schluss, dass es innerhalb des Gewerbes vermehrt zu Spezialisierungen kommen muss.
 
Fazit des Tages: Die Praxis beweist es, auch an diesen Fahrzeugen treten Probleme auf. Es ist aber möglich, zu diagnostizieren und zu reparieren. Die Informations- und Ersatzteilbeschaffung ist vorhanden. Aus dieser Sicht steht einem wirtschaftlichen Erfolg nichts im Weg.
 

 
 
Tag 5

Die Autofitpartner Marco Wey von Buchs LU und Adrian Müller von Obermumpf AG sind überzeugt, dass der Weg, den die Schule hier in Montreal eingeschlagen hat, richtig ist. Hier hat man erkannt, dass eine freie Garage über ein breites und tiefes Wissen verfügen muss, damit sie die Elektro- und Hybridtechnik beherrschen kann. Es ist gut zu wissen, dass das Know-how zur Verfügung steht. Sie haben aber auch erkannt, dass dieses Thema nicht nur als Nebensache betrachtet werden kann, sondern eine eigene Schlüsselstellen erhalten muss. 

Fazit des Tages: Es reicht nicht, nur Fehlerspeicher auszulesen! Ein Hochvolttechniker muss sattelfest in der Messtechnik und im Lesen von Schaltplänen sein. Eine falsch gestellte Diagnose kann sehr viel Geld kosten.

 

 
 
Tag 4

Diego Salzmann von der Garage Centra AG in Gamsen VS, selber Honda-, Peugeot- und Opelvertreter, kennt die Elektromobilität von diesen Marken schon länger. Er war erstaunt, wie tief die Ausbildung hier in Montreal geht, was möglich ist und was nicht. Hans Giger aus Richental LU, Nissanhändler und Leaf-Spezialist der ersten Stunde, konnte dem nur beipflichten.

Fazit des Tages: Das Trainingsprogramm wurde autodidaktisch und sehr seriös aufbereitet. Dies beweist, dass auch unabhängige Trainingsfirmen im Wettbewerb gegen offizielle Institutionen bestehen und diese überbieten können.   

 

 
 
Tag 3

Die Führung durch die verschiedenen Abteilungen der Ecole des métiers de l'équipement motorisé de Montréal war sehr eindrücklich. Uns wurde ein pädagogisch durchdachtes Ausbildungskonzept präsentiert. Aufgefallen ist uns insbesondere die konsequente Orientierung am realen Werkstattalltag. Die Schule verdankt ihren Erfolg nicht zuletzt dem enormen Einsatz der Lernpersonen. Sie unterrichten mit Herzblut und Leidenschaft. Die Erkenntnisse des heutigen Tages: Franz Wey von der Firma Hostettler Autotechnik AG sieht die Lösung zum Thema Passthru immer klarer, denn die technische Praxisprobe verlief erfolgreich und könnte bei uns eins zu eins umgesetzt werden. Im administrativen Bereich sind noch einige Hürden zu meistern. Doch nichts ist unmöglich. 

 
Tag 2

Bruno Arrigoni aus Yverdons les Bains und René Meroni aus Colombier sind sich einig! Das Schulwesen funktioniert sehr offen und die Teamarbeit wird hochgehalten. Auf Basis der Freiwilligenarbeit sind Pensionierte willkommene Hilfen für Lehrpersonen. Gemeinsam wird Unterricht vorbereitet und im Teamteaching anschliessend abgehalten. Dabei übernehmen die Rentner die Begleitung der Lernenden bei praktischen Arbeiten. Diese sind nicht zwingend Jugendliche, sie können jeden Alters sein.

Die Erkenntnisse des heutigen Tags zum Thema Passthru lauten: Die Komplexität ist hier genauso gross wie bei uns und Informationsquellen wären bei uns im gleichen Umfang vorhanden. Warum haben wir es nicht auch geschafft, damit Geld zu verdienen?


Tag 1, Nachtrag

Eben haben wir von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft berichtet und schon folgte diesbezüglich auch eine «fachtechnische Begegnung» auf der Strasse. Beim Betrachten und Studieren der öffentlichen Ladeinfrastruktur für die E-Fahrzeuge machten wir die Bekanntschaft eines Honda-Fahrers. Bereitwillig gab er Auskunft über sein Fahrzeug und liess uns probesitzen. Am Schluss wollte er unbedingt noch ein Gruppenbild mit den interessierten Schweizern machen. Auf die Frage warum, antwortete er, dass dies eine gute Werbemöglichkeit für seinen Wahlkampf als Abgeordneter von Quebec sei!


Tag 1

Nach über acht Stunden Flugzeit sind wir am Samstagabend gut in Montreal gelandet. Wettermässig begrüsste uns Kanada mit dem schönsten «Indian Summer». Nach dem ersten Briefing zum Verlauf der Studienwoche stand der Sonntag zur freien Verfügung. Die ersten Rückmeldungen der Teilnehmer sind sehr positiv. Montreals Bevölkerung ist sehr offen und hilfsbereit. In Englisch oder Französisch wird der  Suchende aus dem Ausland angesprochen ob man ihm weiterhelfen kann. Nun sind wir gespannt, was uns an der Ecole des métiers de l'équipement motorisé de Montréal erwarten wird.



 
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