«Ich habe sehr bald gewusst, dass ich diesen Beruf erlernen wollte»

22. Oktober 2018 autoberufe.ch – Der 19-jährige Florent Lacilla hat sich an den SwissSkills den Schweizer Meistertitel unter den Automobil-Mechatronikern geholt. Der junge Freiburger hat somit ein Ticket für den im Dezember in Bern stattfindenden Eurocup. Wir fühlen ihm den Puls.

jppw. Die Garage de l’Autoroute J.-F. Lacilla in Matran (FR) beschäftigt seit Kurzem einen Schweizer Meister. Florent Lacilla gewann an den in SwissSkills 2018 die Goldmedaille. Trotzdem ruht sich der junge, im Familienbetrieb beschäftigte Automobil-Mechatroniker nicht etwa auf seinen Lorbeeren aus. Er bewahrt einen kühlen Kopf und lebt seine Leidenschaft, die ihn zu seinem Beruf geführt hat, weiter aus.

Der Freiburger erklärt: «Ich habe sehr bald gewusst, dass ich diesen Beruf erlernen wollte. Schon in meiner Schulzeit verbrachte ich die Ferien in der Garage und beobachtete alles rund um mich herum, wusch Autos oder half beim Aufräumen. Nachdem ich dann in der Sekundarschule mehrmals als Automobil-Mechatroniker geschnuppert hatte, war alles klar.» Und ihm gefällt alles an seinem Beruf: von der Technik bis zur Pannendiagnose. Autos sind seine Leidenschaft. So hegt und pflegt er auch sein eigenes, einen Mazda MX-5 aus dem Jahr 1990. «Dieses Auto ist zwar eher einfach, aber ich kann es mir mit meinem Lernendenlohn leisten», sagt er schmunzelnd. «Und es ist alles andere als sanft: Man spürt die Strasse unter den Rädern, man hört den Motor brummen, und es ist weniger Elektronik vorhanden.»

Sieg und Qualifikation
Mitte September gewann Florent Lacilla also die Goldmedaille an den SwissSkills. Dabei hätte er um ein Haar gar nicht daran teilgenommen. «Ich wusste, dass ich in die Rekrutenschule einrücken musste (Anm. d. Red.: als LKW-Mechaniker). Wir hatten keine Ahnung, ob eine Anmeldung als Rekrut möglich war.» Nach der Abklärung, die positiv ausfiel, packte er die Gelegenheit. Neben dem Sieg waren die nationalen Berufsmeisterschaften für den jungen Mann aus Cottens aber auch eine interessante Erfahrung: «Wir lernten viel über die Bremsen und über das Zerlegen eines Motors. Unter Zeitdruck zu arbeiten, ist ebenfalls eine wertvolle Erfahrung.» Und: «Ja, ich bin auch ein wenig stolz», ergänzt Lacilla.

 Auf die Frage, was während des Wettbewerbs in ihm vorging, sprudelt es aus ihm heraus: «Es ist keine Prüfung, sondern man tritt gegen andere Spezialisten an. Es geht nicht mehr nur um dich selbst, sondern man misst sich mit anderen. Das ist anspruchsvoller, finde ich.» Die Spezialisten mussten sich komplexen Problemen stellen. Dazu meint Florent Lacilla: «Ich war angespannt, aber alles war sehr realistisch. Genau so kann es auch in der Garage sein. Der Zeitdruck war die grösste Herausforderung.»

Am wohlsten fühlte er sich bei der Suche nach Motorproblemen. Am schwierigsten war es für ihn, als er sich mit den Bremsen beschäftigen musste. Rückblickend sagt er lachend: «Ich hatte noch nie zuvor eine Bremszange ausbauen müssen, das war völlig neu für mich. Ich hatte schon gehört, wie das geht, aber ich machte es zum ersten Mal.»

Seinen eigenen Weg gehen
Trotz des Erfolgs behält Florent Lacilla einen klaren Kopf. Fragt man ihn, wo er sich in fünf Jahren sieht, meint er nach ein paar Sekunden: «Ich hoffe, den Fachausweis als Automobildiagnostiker in der Tasche zu haben. Danach möchte ich mehr Verantwortung im Familienbetrieb übernehmen – mit dem Ziel vor Augen, die Garage zusammen mit meinem Bruder zu übernehmen. Aber vorher benötige ich noch etwas mehr Erfahrung.» Sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen und mit beiden Füssen fest auf dem Boden zu stehen, sind sicher Eigenschaften, um auf Erfolgskurs zu bleiben.
 
Die Teilnehmer am Eurocup am 8. Dezember in Bern

Florent Lacilla, Damian Schmid und Steve Rolle heissen die Schweizer Teilnehmer am Eurocup vom 8. Dezember in Bern. In einer dreiteiligen Serie stellen wir die drei Mechatroniker-Talente vor.
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