Dem Nachwuchs eine erfolgreiche Woche bieten

Schnupperlehre als Startschuss

Dem Nachwuchs eine erfolgreiche Woche bieten

29. April 2022 agvs-upsa.ch – Die berufliche Karriere in der Automobilbranche beginnt für viele junge Menschen mit einer Schnupperlehre. Der AGVS bietet seinen Mitgliedern diverse Hilfsmittel an und unterstützt die Verantwortlichen, um für eine geordnete und erfolgreiche Durchführung zu sorgen.
 
Die AGVS-Mitglieder profitieren von kostenlosen Hilfsmitteln und Checklisten, um den Jungen eine reibungslose Schnupperwoche zu ermöglichen. Die Dokumente gibt es hier:
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Garagisten, die Schnupperlehren anbieten, bessern auch das eigene Image auf und machen den eigenen Betrieb in der Öffentlichkeit sichtbarer. Foto: AGVS-Medien

cym. «Junge Menschen muss man bereits in der Oberstufe abholen, um sie für die Automobilbranche zu begeistern.» Das sagte die 23-jährige Leonie Zellweger, die für auf dem Grundbildungsflyer des AGVS für Autoberufe wirbt. In Januar erschien im AUTOINSIDE ein Portrait über die erfolgreiche Studentin, die sich, wie so viele, für eine Lehre im Autogewerbe entschied, nachdem eine Schnupperlehre bei ihr einen positiven Eindruck hinterlassen hatte. Die Bedeutung einer gelungenen Schnupperwoche darf nicht unterschätzt werden, wenn es darum geht, guten und motivierten Nachwuchs fürs Autogewerbe zu finden. 

Der AGVS bietet Garagisten Hilfsmittel an, um eine solche Schnupperwoche ideal zu gestalten. Zu den gefragtesten Dokumenten gehört das Schnuppertagebuch. Es bietet den Jungen eine Programmcheckliste für die Woche. Zudem sind tägliche Hausaufgaben integriert. Ein ähnliches Instrument wird samt einem Leitfaden den Verantwortlichen zur Verfügung gestellt. Auch in diesem Dokument ist die Planung bereits vorgegeben, inklusive Angabe der verwendeten Checklisten, Bücher, Medien und Maschinen. Weiter liegt ein Beurteilungsbogen bei, um eine Einschätzung vorzunehmen, ob sich die junge Person für einen der zahlreichen Autoberufe eignet. Dieser Bogen kann auch als Basis fürs Schlussgespräch dienen.

Der AGVS Eignungstest ist speziell für die Automobilbranche entwickelt. Er bietet den Interessenten eine schulische Einstufung, welche der drei technischen Grundbildungen für ihn/sie geeignet sind. Die AGVS Betriebe verlangen das von ihren Bewerbern. Eine Zusatzlehre bietet zudem immer die Möglichkeit, für junge Berufsleute auch später noch eine vierjährige Lehre zum Automobil-Mechatroniker zu absolvieren. 

Um generell beim Nachwuchs die richtige Wahl zu treffen, bietet sich ein Besuch der diversen AGVS-Didaktikmodule an, die auf eine gute Selektion bei den Jungen abzielen. Zum Beispiel das Modul «Lernende selektieren». Im Kurs lernen die Betriebe, wie sie den Selektionsprozess gezielt planen und durchführen oder eben, wie sie ein geeignetes Programm für die Schnupperlehre zusammenstellen. Ebenfalls geeignet ist das Modul «Junge führen und Krisen überwinden» und «Instrumente der neuen BiVo 2018 einsetzen». Hier erfahren Garagisten zum Beispiel, wie sie junge Menschen motivieren und wie sie mit den Lernenden förderorientierte Semestergespräche führen können. 

Für Garagisten, die eine Schnupperwoche oder eine Lehre anbieten, lohnt es sich weiter, die Stelle neben Informationstagen, Gewerbeausstellungen, auch auf berufsberatung.ch oder auf Yousty auszuschreiben und diese zu bewerben. Der AGVS bietet zusammen mit der Plattform direktes Lehrstellenmarketing an und führt die Jungen damit mit einem potenziellen Arbeitgeber zusammen. 
 
Wie das Kennenlernen auf beiden Seiten gelingt – zwei Garagisten berichten über ihre Erfahrungen

Vor drei Jahren entschied sich René Lafontaine, Mitglied der Geschäftsleitung in der Schönegg Garage AG in Spiez BE, die Schnupperlehren im Betrieb auf maximal drei Tage zu beschränken. Er hat damit gute Erfahrungen gemacht. «Am vierten und fünften Tag sind die Jungen meistens zu müde, um noch richtig zu profitieren», sagt er. Die Motivation breche ein, weshalb es keinen Sinn mache, die zwei Tage noch durchzuboxen. Denn man dürfe nicht vergessen: «Die Umstellung von der Schule auf die Arbeitswelt ist für die Jungen gross.» 

Wer bei Lafontaines Team schnuppern will, muss zudem zuerst eine Bewerbung einreichen. «Erst wenn ich ein Dossier inklusive Motivationsschreiben erhalte, merke ich, dass ein wirkliches Interesse vorhanden ist», sagt Lafontaine. Dann nehme er sich auch Zeit, um das weitere Vorgehen zu besprechen. «Manchmal geht es beim ersten Telefon darum, zu erklären, dass man nicht mit weissen Sneakers erscheinen soll», erklärt er. Denn beim Schnuppern sei es wichtig, dass die Jungmannschaft in die Autowelt eintauche und sehe, wie der Alltag beim Garagisten wirklich sei. «Ich will den Jungen ein Erlebnis bieten und vermitteln, wie vielfältig und spannend die Arbeit ist», sagt er. Sollte kein Lehrstellenplatz oder Schnupperlehrplatz mehr frei sein, so gebe er die Bewerbungsdossier nach Absprache auch gerne an Berufskollegen weiter.

Für die Durchführung geht Lafontaine nach einem Plan vor. Einzelne Angebote nahm er sich aus dem Leitfaden des AGVS und adaptierte diesen auf seinen Betrieb. «Die Checklisten geben Ideen und liefern Anhaltspunkte, um die eigenen Schnuppertage zu gestalten.» Je nach Grösse des Betriebes brauche es dann eine individuelle Anpassung. Der Bewertungsbogen diene ihm zudem als Gedankenstütze für das Schlussgespräch. Das direkte Feedback sei aber auch im Alltag integriert. «Wir haben kurze Arbeitswege und ich sehe und frage auch durch den Tag, ob alles in Ordnung ist.» Es sei ein Geben und Nehmen, man müsse sich um die Jungen kümmern. Für ihn bietet die Schnupperlehre auch die Möglichkeit, Lernende zu finden. «Wir haben das Glück, dass wir immer Anfragen bekommen, in diesem Jahr starten wir zum ersten Mal mit zwei Lernenden, weil beide in der Schnupperzeit ihre Sache sehr gut gemacht haben.» Der Teamspirit sei das A und O in der Garage.
 
Etwas anders, aber ebenso erfolgreich, handhabt es die Garage Kunz Automobil AG in Gümligen BE. Auch dort muss der Werkstattleiter Stefan Schürch seine Schnupperplätze nicht ausschreiben und begrüsst pro Jahr rund ein Dutzend Schülerinnen und Schüler. «Bei uns verbringen die Jungen eine ganze Woche im Betrieb.» Für die fünf Tage übernehme ein Mechatroniker die volle Verantwortung. Er nehme den Schnupperlehrling bei all seinen Aktivitäten mit und zeige ihm alles. «So erhält er den besten Eindruck, was ihn bei einem Stellenantritt erwarten würde», sagt Schürch. Auch sei der Altersunterschied meistens nicht allzu gross zwischen den beiden. Er vertraue damit auch seinen Mitarbeitenden mehr zu, die das ebenfalls schätzen würden. Das Schlussgespräch findet ebenfalls mit dem Mechatroniker und dem Schnupperlernenden statt. Er würde es jedem Garagist empfehlen, Schnupperlehren anzubieten. «Es ist auch für die Gesellschaft von Bedeutung und eine Verantwortung gegenüber unserem Gewerbe», sagt er. Die Nachfrage nach Schnupperlehrstellen sei immer gross.
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