Besser geht’s nicht: Das duale Bildungssystem und seine Vorzüge

Die Berufsbildung vermittelt zwei Dritteln der Jugendlichen in der Schweiz eine solide berufliche Grundlage. Sie ist Basis für lebenslanges Lernen und öffnet eine Vielzahl von Berufsperspektiven.

Die Ausbildung in Betrieb und Berufsfachschule ist die überwiegende Form der Berufsbildung. Rund 250 Lehrberufe stehen zur Wahl.

Die Ausbildungen orientieren sich an tatsächlich nachgefragten beruflichen Qualifikationen und an den zur Verfügung stehenden Arbeitsplätzen. Durch diesen direkten Bezug zur Arbeitswelt hat die Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine der tiefsten Jugendarbeitslosigkeitsquoten. Sehr wichtig ist dabei die sogenannte Durchlässigkeit: Weiterbildungen sind allen Berufsleuten jederzeit möglich.


Bundesrat Schneider-Ammann: «Internationale Gäste sind regelmässig beeindruckt»

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Das freiwillige Engagement der Betriebe und die nachfrageorientierte Ausbildung sind zwei Erfolgsfaktoren des dualen Berufsbildungssystems in der Schweiz, sagte der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), Johann Schneider-Ammann im AGVS-Mitgliedermagazin «AUTOINSIDE» 03/2014.


Herr Schneider-Ammann, die berufliche Ausbildung in der Schweiz ist ein Erfolgsmodell. Führen Sie das allein auf das duale Berufsbildungssystem zurück?
Johann Schneider-Ammann: Wir haben ein fantastisches System, das auf dem Prinzip der Dualität aufbaut. Ein entscheidender Faktor dabei ist die Freiwilligkeit der Betriebe. Durch sie sind die Motivation und das Engagement gross, und das kommt den Auszubildenden zugute. Vom Erfolg zeugt die Quasi-Vollbeschäftigung unserer Jugendlichen, sie finden schnell in den Arbeitsmarkt und bleiben dort. Das ist für mich das entscheidende Qualifikationsmerkmal unseres Systems.

Regelmässig kommen Delegationen aus dem Ausland, um sich über unser Berufsbildungssystem zu informieren. Wer war schon alles da?
Johann Schneider-Ammann: Sie kommen von überall – A wie Algerien, S wie Spanien und Senegal, V wie Vereinigte Staaten und Vietnam. Und man will zum Beispiel wissen, warum es hier gelingt, quasi alle Jugendlichen zu beschäftigen. Und man will das Rezept der Dualität verstehen. Die Delegationen kommen dafür nach Bundesbern, ins Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung, aber auch in die Ausbildungsbetriebe.

Wie sind die Reaktionen?
Johann Schneider-Ammann: Immer wieder für Erstaunen sorgt der Fakt, dass nicht einfach der Staat ausbildet, sondern er seine Rolle auf der theoretischen Seite einnimmt. Die internationalen Gäste sind beeindruckt, wie gut bei uns die Zusammenarbeit zwischen Schule und Firma funktioniert und das erst noch in Freiwilligkeit. Wobei natürlich jede Firma eine langfristige Ambition hat und das heisst, man muss im Sinne der Zukunftssicherung in junge Leute investieren. Nur deshalb gelingt es auch, dass eben genau in den Sparten und Richtungen ausgebildet wird, die der Markt verlangt. Und durch das nachfrageorientierte Ausbilden wird der Berufseinstieg sehr viel schlanker.

Wie wichtig ist die Arbeit der Verbände im Bereich der Berufsbildung?
Johann Schneider-Ammann: Die Verbände nehmen eine zentrale Rolle ein, weil sie federführend die Bildungsinhalte in ihrer Branche definieren und à jour halten. Sie wissen, wie sich die Technologie weiterentwickelt, sie können die Vorgaben machen, wie die Berufsbildung nachziehen muss.

 

 


Das ganze Interview lesen Sie im «AUTOINSIDE» 03/2014


Weiterführende Informationen

Beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI gibt es alle Informationen zur Berufsbildung in der Schweiz

Berufsbildung in der Schweiz: Daten und Fakten 2014


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